Heute war die Johanneskirche bis auf den letzten Platz gefüllt: über hundert Menschen – und ein Ad-hoc-Chor mit rund 60 Singenden. Wir haben einen Staffelstab weitergereicht: die Pensionierung unserer Betriebsleiterin und den Übergang in eine neue Phase.

Wenn ich an vor zehn Jahren denke, ist das fast unglaublich. Damals gab es an diesem Ort wenig Stabilität: keine gewählten Pfarrpersonen, vorwiegend Stellvertretungslösungen, viel Unsicherheit im Team – und eine Gemeinde, die mehr mit sich selbst beschäftigt war als mit dem, wofür Kirche da ist.
Heute blüht dieser Ort. Ein kleines Juwel in der Stadt Zürich – mit einem vielfältigen Programm in Musik, Kunst und Kultur, das Menschen wirklich erreicht.
Mich erfüllt das mit grosser Dankbarkeit. Vor zwölf Jahren war ich Teil eines neu zusammengewürfelten Teams – mit einer ziemlich herkulischen Aufgabe: diesen Kirchenort praktisch von Grund auf neu aufzubauen. Umso mehr berührt es mich, heute zu sehen, was daraus geworden ist.
Die Betriebsleiterin, die wir heute verabschiedet haben, hat diesen Aufbauprozess entscheidend mitgeprägt. Als sie vor sieben Jahren antrat, gab es in der Kirchgemeinde Zürich noch kaum Erfahrung mit solchen Rollen. Sie war eine von zehn Pionier:innen – und nun die erste, die aus diesem Amt in Pension geht. Das verdient Respekt. Und Dank.
Gestaltet wurde der Festgottesdienst von allen fünf Pfarrpersonen des Kirchenkreises, gemeinsam mit dem Ad-hoc-Chor unter der Leitung des begnadeten Kantors Marco Amherd und dem Maestro Tobias Willi an der Orgel. Diese Mischung aus Professionalität und Herzlichkeit war heute überall spürbar.
Was für mich besonders deutlich wurde: Kirche lebt. Sie entwickelt sich. Nicht als Nostalgieprojekt, sondern als gemeinsamer Raum, der getragen wird – von vielen Menschen aller Altersgruppen, mit unterschiedlichen Biografien, mit Respekt voreinander. Und ja: Auch mit der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und diesen Raum bewusst zu gestalten.
Erfüllend und beglückend. Danke an alle Mitwirkenden – und ganz besonders an unsere Betriebsleiterin: für die Arbeit, die Haltung und die Treue zu diesem Ort, seinen Mitarbeitenden und unserer Kirche.