Kirchenpflege: Machtzentrum oder Dienstleister?

Kirchenleitung ist für mich Ausdruck von Servant Leadership: Leitung im Dienst am Auftrag der Kirche und an den Menschen in der Kirchgemeinde. Leitung bedeutet nicht „oben stehen“ oder “befehlen”, sondern Orientierung geben, ermöglichen, schützen und Verantwortung übernehmen – damit Gemeindeleben, Seelsorge, Diakonie und Engagement gut gelingen können.

Rolle der Kirchenpflege
Die Kirchenpflege nimmt spezifische Leitungsrollen wahr, um ein verlässliches Funktionieren und gutes Zusammenarbeiten sicherzustellen. Dazu gehören insbesondere:

Michael Braunschweig Kirchenpflege Zürich
Team Mona Schatzmann – Für eine Kirche auf Augenhöhe
  • Strategische Steuerung: Prioritäten setzen, Rahmen und Ziele klären.
  • Sicherstellung von Ressourcen: Finanzen, Immobilien, Personal und Infrastruktur verantwortungsvoll führen.
  • Governance und Rechtssicherheit: Regeln, Zuständigkeiten, Prozesse, Compliance.
  • Koordination und Ausgleich: zwischen Kirchenkreisen, Berufsgruppen, Institutionen und Projekten.
  • Aufsicht und Qualität: Wirkung, Transparenz, Schutzkonzepte und Risikomanagement.
  • Vertretung nach aussen: Glaubwürdigkeit, Beziehungen, Kommunikation.

Entscheidungskompetenz als notwendige Verantwortung
Entscheidungskompetenz ist integraler Bestandteil dieser Rollen. Ohne Entscheidungsfähigkeit entstehen Stillstand, Unklarheit und Überlastung einzelner. Verbindliche Entscheide schaffen Orientierung und ermöglichen Umsetzung – besonders in komplexen und konflikthaften Situationen.

Entscheidungskompetenz darf kein Machtinstrument sein
Entscheidungskompetenz dient nicht der Machtausübung, sondern dem Auftrag. Damit sie nicht zum Machtinstrument wird, braucht es klare Leitplanken:

  • Transparenz: Entscheidgrundlagen offenlegen, nachvollziehbar begründen.
  • Partizipation: Betroffene angemessen einbeziehen; Expertise nutzen (Pfarrschaft, Mitarbeitende, Freiwillige).
  • Subsidiarität: Entscheide dort treffen, wo Nähe und Kompetenz liegen – zentral nur, wo es sachlich nötig oder vom übergeordneten Recht gefordert ist.
  • Checks & Balances: klare Zuständigkeiten, saubere Protokollierung, definierte Eskalationswege.
  • Respekt und Kultur: wertschätzender Umgang, konstruktiver Umgang mit Dissens, Fehler als Lerngelegenheiten für gemeinsames Wachstum.
  • Rechenschaft: Wirkung prüfen, Entscheide nachjustieren, Verantwortung übernehmen.

Leitbild für das Miteinander
Ich strebe eine Leitungskultur an, die dienend, dialogisch und entschlossen ist: zuhören, integrieren, entscheiden, umsetzen – mit Empathie und Geduld, aber auch mit Verbindlichkeit. So wird Leitung zum Dienst am Ganzen und stärkt Vertrauen, Zusammenarbeit und Zukunftsfähigkeit der Kirchgemeinde.

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